Ralf Glindemann   Cornelia Zeller   Wolfram Ziegler

KOPS

Kommunikativ-pragmatisches Screening

für Patienten mit Aphasie

Hinweis: Diese Neuerscheinung ist noch nicht bestellbar. Sobald dies möglich ist, erfahren Sie es hier.

KOPS ist ein in der klinischen Praxis evaluiertes Screening für die Untersuchung kommunikativ-pragmatischer Fähigkeiten von Patienten mit Aphasie. Mit KOPS steht erstmals ein Diagnostikinstrument zur Verfügung, in dem auch nonverbale Modalitäten wie Gestik, Mimik, Zeichnen usw. systematisch mitberücksichtigt werden. Dafür stehen 9 Untertests mit 44 Testaufgaben in zur Verfügung. Den Untertests sind jeweils Warm-up-Aufgaben vorangestellt.

 

Die kommunikativ-pragmatischen Fähigkeiten werden anhand folgender Aufgabentypen untersucht: Wortverständnis im Kontext, Objektbenennen im strukturierten PACE-Setting, Basale kommunikative Handlungen am Beispiel von Zustimmung/Verneinung, Vermitteln persönlicher und allgemeiner Informationen, komplexe kommunikative Handlungen in Einzelhandlungen (bei Terminabsprachen, Entschuldigungen, Einladungen) und Rollenspielen mit vorgegebenen situativen Aufgabenstellungen sowie Wegbeschreibungsaufgaben anhand komplexer Stadtplanausschnitte.

 

Bei der Durchführung von KOPS spielt die dialogische Interaktion zwischen Patient und Untersucher eine wichtige Rolle, weil die Aufgaben in den einzelnen Untertests systematische multimodale Hilfen beinhalten, die dem Patienten stufenweise angeboten werden, sobald dieser Schwierigkeiten bei der Bearbeitung zeigt. Damit die kommunikativen Leistungen des Untersuchers bei diesen Hilfen nicht in die Bewertung von Fähigkeiten der Patienten eingehen, sind alle Reaktionsmöglichkeiten der Untersucher genau vorgegeben. Je weniger Hilfestellungen die Patienten bei der Lösung der Aufgaben benötigen, umso besser werden die kommunikativ-pragmatischen Leistungen nach den vorgegebenen Kriterien bewertet.

 

Die Bewertung der Patientenleistungen kann während der Untersuchung vorgenommen werden. Zu den quantitativen Bewertungen (definierte Punktsysteme) enthalten die Protokollbögen zusätzlich vorstrukturierte Möglichkeiten der qualitativen Einschätzung des Kommunikationsverhaltens inklusive des Einsatzes nonverbaler Modalitäten. Darüber hinaus gibt es die Option, den kommunikativen Einsatz von Gesten und Zeichnungen spezifischer zu analysieren.

 

Die Testdauer von KOPS beträgt insgesamt ca. eine Stunde. Bei schwerer beeinträchtigten Patienten dauert die Testdurchführung aufgrund der Anwendung von vorgegebenen Abbruchkriterien nicht länger.

 

KOPS enthält 8 Ergebnisblätter mit insgesamt 72 Abbildungen (Strichzeichnungen), 8 Abbildungen für das Benennen, Ja/Nein-Antwortblätter, einen Warm-up- und Test-Stadtplan sowie eine Handanweisung. Für alle Untertests liegen Protokollbögen als Kopiervorlagen vor. Die Grafiken stammen von Michaela Bautz.

 

KOPS ist in einer Printfassung und als eBuch erhältlich.

 

Copyright des Titelfotos: panthermedia.net/belchonock


KOPS wurde in einer multizentrischen Versorgungsstudie der "Gesellschaft für Aphasieforschung und -behandlung (GAB)" bei etwa 160 Patienten als sekundäres Outcome-Maß vor und nach den Aphasietherapien erfolgreich eingesetzt:

  • Breitenstein C, Grewe T, Flöel A et al. (2014). Wie wirksam ist eine intensive Aphasietherapie unter regulären klinischen Bedingungen? Die deutschlandweite Aphasieversorgungsstudie FCET2EC, Sprache, Stimme, Gehör 38, 14-19.
  • Baumgärtner A, Grewe T, Ziegler W et al. (2013). FCET2EC (From controlled clinical trial to everyday communication): How effective is intensive integrative therapy for chronic aphasia under routine clinical conditions? A randomized controlled trial. Trials 14, 308.