Tipps


WITZE

 

Witze sind besondere Texte.Sie sind dadurch charakterisiert, dass bei ihrer Verarbeitung ein aus Weltwissen abgeleitetes Situationsmodell zunächst aufgebaut und dann wieder revidiert wird. Zum Beispiel wird in dem folgenden Witz das Situationsmodell „Männer unterhalten sich über Autos“ revidiert:

 

Richard zu Heiko, der sein Auto schiebt: „Na, springt er wieder mal nicht an? Sind bestimmt die Zündkerzen!“ Heiko: „Das kann nicht sein, die habe ich gestern alle rausgenommen.“

 

Richard glaubt, dass sich alle Männer – also auch Heiko – mit Autotechnik auskennen. Durch die Pointe stellt sich aber heraus, dass Heiko keine Ahnung von Autos hat.

 

Man kann Witze nur witzig finden, wenn man dazu in der Lage ist, bei der Textverarbeitung aus Weltwissen abgeleitete Situationsmodelle aufzubauen, d.h. wenn man über sprachpragmatische Kompetenz verfügt. Witze sind daher für Patienten mit sprachpragmatischen Problemen besonders schwer zu verstehen. Aus dem gleichen Grund eignet sich die Textform Witze besonders gut zur Therapie solcher Störungen.

 

Der Therapieband Spass beiseite? beinhaltet Textmaterial mit Witzen, das im Rahmen von Studien zu Textverständnisproblemen von hirngeschädigten PatientInnen mit und ohne Aphasie am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig entwickelt wurde. Er eignet sich zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit sprachpragmatischen Problemen wie auch für die Behandlung von aphasischen Störungen der Textrezeption.

 

Spass beiseite?


NOMINA KOMPOSITA

Obwohl Nomina Komposita nicht besonders alltagsrelevant zu sein scheinen (außer vielleicht für Donaudampfschiffahrtskapitäne), bilden sie doch eine wichtige Stimulusklasse für die Aphasietherapie. Der Grund liegt darin, dass Nomina Komposita sowohl Eigenschaften von Wörtern als auch von Sätzen haben. Einerseits verhalten sich Nomina Komposita wie Wörter, andererseits sind sie wie Sätze aus Wortbestandteilen zusammengesetzt. Auf Grund dieser Zwischenstellung zwischen Wörtern und Sätzen sind Nomina Komposita in besonderer Weise geeignet für die Behandlung von Aphasiepatienten, für die eine Arbeit auf der Wortebene schon möglich aber eine Therapie auf der Satzebene noch zu schwierig ist.  

 

Therapiematerial mit Nomina Komposita: Störungen der Verarbeitung von Nomina Komposita

Ein dazu passender Bildband: Bildband Komposita


WORTFINDUNGSSTÖRUNGEN

Wortfindungsstörungen bei Aphasie werden häufig mit Bildern behandelt. Das ist ein Problem, weil Störungen des Wortabrufs gar keinen semantischen Hintergrund haben müssen, sondern mit der lexikalisch-phononologischen Wortform zusammenhängen können. Ein solcher lexikalisch-phonologischer Hintergrund ist sogar typisch für aphasisch bedingte Wortfindungsstörungen und unterscheidet diese von kognitiv bedingten Wortfindungsstörungen. Man benötigt deshalb für die Behandlung von Wortfindungsstörungen bei Aphasie nicht nur Bilder, sondern auch Material zum lexikalisch-phononologischen Wortabruf.

 

In unserem Verlagsprogramm finden Sie dazu den Therapieband: BILEX

Dazu passend bieten wir ein diagnostisches Verfahren zur Unterscheidung zwischen semantischen und formal-lexialischen Wortfindungsstörungen an: BIWOS