NAT-Verlag

Aphasische Sprachstörungen lassen sich am besten mit differenziertem Therapiematerial behandeln, das genau auf mögliche Störungen der Sprachverarbeitung zugeschnitten ist. Die Vielfalt aphasischer Störungen erfordert deshalb eine Behandlung mit einem breiten Spektrum an theoretisch fundierten und klinisch praktikablen diagnostischen und therapeutischen Materialien.

Es hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte in der Erforschung natürlicher Sprachen gegeben. Diese Fortschritte hängen insbesondere mit der sogenannten kognitiven Wende in der theoretischen Linguistik zusammen, das heißt einem spezifischen Forschungsinteresse an natürlichen Sprachen als kognitiven, im menschlichen Gehirn verankerten Systemen. Vor diesem Hintergrund gab es auch erhebliche Fortschritte in der Erforschung sprachpathologischer Phänomene.

Bedauerlicherweise fand aber nur ein Bruchteil der Forschungsresultate aus den Bereichen theoretische Linguistik, Psycholinguistik und Neurolinguistik Eingang in die klinische Praxis der Behandlung von zentralorganischen Sprachstörungen, obwohl von klinischer Seite ein starkes Interesse an einem solchen Transfer besteht. Wir verbinden mit dem NAT-Verlag das verlegerische Ziel, durch die Entwicklung und Publikation von theoriegeleiteten diagnostischen und therapeutischen Materialien zur Aphasiebehandlung ein wenig dazu beizutragen, diesen Transfer zwischen theoretischer Linguistik, Psycho- und Neurolinguistik und der klinischen Praxis zu verbessern.

Neben der linguistischen Systematik bemühen wir uns um eine möglichst große Praxisnähe der diagnostischen und therapeutischen Materialien in unserem Verlagsprogramm. So haben z.B. alle therapeutischen Materialen unseres Programms die Form von direkt verwendbaren Arbeitsblättern.

 

Obwohl die Aphasie nach wie vor im Zentrum unseres Verlagsprogramms steht, haben wir das Programm inzwischen um die Themen 'Artikulation' und 'Zahlenverarbeitung' erweitert. Darüber hinaus planen wir Veröffentlichungen in den Bereichen 'kindliche Aphasien' und 'kognitive Kommunikationsstörungen'.

Claudia Neubert
Norbert Rüffer
Michaela Zeh-Hau